Im Juli waren bereits christliche Friedensaktivistinnen auf das Gelände des Fliegerhorstes Büchel vorgedrungen – aus Verzweiflung, weil sie stören wollten, nachdem sie schon viele Protestformen ohne Wirkung ausprobiert hatten.

Keine Frage: Der Mensch ist ein Unsicherheitsfaktor. Kriege können aber bislang nicht durch Roboter gewonnen werden – ob sie so aussehen würden wie Arnold Schwarzenegger in der Hollywood-Reihe »Terminator«, ist zweifelhaft, aber »autonome Waffensysteme«, die Ziele identifizieren und »Entscheidungen« treffen, sind längst keine realitätsferne Science-Fiction mehr. Über deren Einsatzmöglichkeiten, die Gefahren und ein völkerrechtliches Verbot wird bereits diskutiert. Letzteres will die Bundesregierung allerdings nicht – sie setzt auf »freiwillige, unverbindliche Maßnahmen« und beteiligt sich in diesem Bereich schon am Wettrüsten. Im Dezember will sie einen »Masterplan künstliche Intelligenz« vorlegen, weil Deutschland angeblich der Entwicklung hinterherhinkt. Diese Behauptung jedenfalls hat sich im aktuellen Koalitionsvertrag niedergeschlagen und bedeutet für entsprechende Forschungseinrichtungen einen wahren Geldregen.

Die Bundeswehr ist aber zur Zeit noch nicht Hightech-Armee genug, um auf blutjunges Biokanonenfutter zu verzichten: Sie wirbt auf Computerspielmessen um Nachwuchs, vergleicht auf Plakaten Militäreinsätze mit Ballerspielen – und rekrutiert 17jährige, die dann dem Deutschlandfunk sagen: »Vor zwei Jahren hab’ ich noch mehr mit Playmobil gespielt, und das ist für meine Mutter auch sicherlich schwierig, dass der kleine Junge jetzt da auf einmal Soldat werden möchte.« Wie neulich für eine Reportage, die am 23. August gesendet wurde. Solche Rekruten hätten »zunächst einmal kindliche Vorstellungen«, räumte eine militärische Planerin gegenüber dem Sender ein. Sie würden aber »im Laufe der Zeit hier bei der Bundeswehr« reifen. Immerhin: In den Auslandseinsatz dürfen sie erst mit 18 Jahren geschickt werden. Auch bis dahin dürften aber die wenigsten wissen, was sie zum Beispiel in Afghanistan oder Mali erwartet und warum diese Länder überhaupt am Abgrund zum »Failed State« stehen.

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